EQS Regulatorische Updates: 25. März 2026

Geändert am Mi, 25 Mär um 5:00 NACHMITTAGS

EU Omnibus I: Mitgliedstaaten geben finale Zustimmung – CSRD & CSDDD werden deutlich zurückgeschnitten

 
Die EU-Mitgliedstaaten im Rat haben eine Einigung im Rahmen des „Omnibus I“-Vereinfachungspakets bestätigt, die den Anwendungsbereich der CSRD deutlich reduziert und zentrale Elemente der CSDDD abschwächt. Die Einigung behält den CSRD-Schwellenwert von 1.000 Mitarbeitenden bei, ergänzt aber eine zusätzliche Umsatzschwelle von €450 Mio. Zudem wird die CSDDD-Schwelle auf 5.000 Mitarbeitende und €1,5 Mrd. Umsatz angehoben. Außerdem entfallen u. a. die Pflicht zur Erstellung von Klimatransitionsplänen, ein EU-weit einheitliches Haftungsregime wird gestrichen, und mögliche Sanktionen werden auf 3% des globalen Umsatzes gedeckelt. Der CSDDD-Zeitplan wird verschoben – Unternehmen im Scope müssen ab Juli 2029 compliant sein.

Der Schritt im Rat wurde als weitgehend formaler Aktnach der politischen Einigung beschrieben – als nächstes rückt die Umsetzung in nationales Recht in den Fokus, die die praktische Anwendung maßgeblich prägen wird. Mehr lesen.

ECB-Warnung: vereinfachte ESRS könnten Transparenz für Investoren „signifikant reduzieren“

 
Die Europäische Zentralbank hat eine Staff Opinion zu den überarbeiteten ESRS veröffentlicht und warnt, dass mehrere Vereinfachungen aus dem Omnibus-Prozess die Transparenz für Investoren und andere Marktteilnehmer „signifikant reduzieren“ könnten. Genannt werden u. a. weniger verpflichtende Datenpunkte, die Streichung freiwilliger Angaben, mehr Spielraum für Schätzungen sowie weniger Druck zur direkten Datenerhebung bei Lieferanten. Zudem regt die EZB an, die überarbeiteten ESRS als Basis für freiwilliges Reporting zu nutzen – statt des derzeitigen VSME-Standards für KMU.

Auch bei weniger Berichtslast bleibt der Fokus der Kapitalmärkte auf entscheidungsnützlichen Informationen. Unternehmen sollten damit rechnen, dass stärker hinterfragt wird, wie Vereinfachungen (z. B. Ausnahmen, Phase-ins, Schätzansätze) angewendet werden – und ob die Angaben für Investoren und Kreditgeber weiterhin belastbar sind. Mehr lesen.

Kalifornien: erste Corporate-Climate-Reports bis 10. August 2026 fällig

Das California Air Resources Board (CARB) hat Initial-Regelungen zur Umsetzung der kalifornischen Klimaberichtsgesetze SB 253 (THG-Emissionsberichterstattung) und SB 261 (Klima-Finanzrisiken) verabschiedet und den 10. August 2026als erste Deadline für die Offenlegung von Corporate-GHG-Emissionsdaten festgelegt. SB 253 gilt für Unternehmen mit mehr als $1 Mrd. Umsatz, die in Kalifornien tätig sind, und verlangt jährliche Angaben zu Scope 1, 2 und (später) Scope 3; im ersten Anwendungsjahr sind zunächst Scope 1 und 2 erforderlich, Scope 3 wird ab 2027 verpflichtend. SB 261 ist weiterhin Gegenstand rechtlicher Auseinandersetzungen; CARB weist darauf hin, dass Reporting unter SB 261 derzeit aufgrund einer gerichtlichen Verfügung freiwillig ist.

Für große Unternehmen mit US-Bezug wird Kalifornien damit zu einem zentralen Treiber für Emissionsdaten-Systeme, Assurance-Readiness und Value-Chain-Datenerhebung. Selbst wenn Klima-Risikoberichte noch unsicher sind, sind die Emissions-Reporting-Fristen nun klar an eine erste Deadline geknüpft. Mehr lesen.

UK: finale Sustainability Reporting Standards veröffentlicht (UK SRS)

Die britische Regierung hat die finalen UK Sustainability Reporting Standards (UK SRS) veröffentlicht, die an die ISSB-Standards der IFRS Foundation (IFRS S1 und IFRS S2) angelehnt sind. Die Standards sind für freiwillige Nutzung freigegeben, zugleich bleibt die Option einer späteren Pflichtanwendung bestehen; zudem wird auf eine laufende FCA-Konsultation für gelistete Unternehmen verwiesen. Die finalen UK-Standards nennen bei bestimmten Übergangserleichterungen (u. a. Scope-3-Relief und „climate-first“ relief) keine festen Zeitbezüge mehr. Konkrete Zeiträume würden damit erst durch spätere Gesetzgebung oder Regulatoren festgelegt; freiwillig berichtende Unternehmen können die Erleichterungen nutzen, sofern sie dies offenlegen.

UK SRS unterstreicht die Richtung hin zu ISSB-ausgerichteten Angaben – und zeigt, wie schnell „freiwillige“ Standards zu Markterwartungen werden können, insbesondere für börsennotierte Unternehmen. Multinationals müssen sich zudem auf wachsenden Druck einstellen, Reporting über Jurisdiktionen hinweg (EU, UK, US-Bundesstaaten) konsistenter zu gestalten – auch wenn Details und Zeitpläne voneinander abweichen. Mehr lesen.

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