Die Zielsetzung ist der zentrale Ausgangspunkt Ihres Reduktionsplans. Hier definieren Sie, wie stark und bis wann Sie Ihre Emissionen reduzieren möchten – und schaffen damit die Grundlage für eine strukturierte und steuerbare Dekarbonisierung.
Im Reduktionsplaner wird aus einem abstrakten Klimaziel ein konkreter, berechenbarer Zielpfad, der später mit Maßnahmen hinterlegt und überprüft werden kann.
Warum ist eine klare Zielsetzung wichtig?
Ein Reduktionsziel erfüllt mehrere zentrale Funktionen:
- Strategische Ausrichtung: Es definiert die Ambition Ihres Unternehmens (z. B. Net Zero oder 1,5°C-kompatibel)
- Messbarkeit: Fortschritte können systematisch verfolgt und bewertet werden
- Steuerung: Investitionen und Maßnahmen lassen sich gezielt priorisieren
- Compliance & Reporting: Anforderungen aus Frameworks wie SBTi, CSRD oder EcoVadis werden unterstützt
Ohne ein klar definiertes Ziel bleibt Klimamanagement oft auf Einzelmaßnahmen beschränkt.
Mit einem Ziel schaffen Sie eine klare Entscheidungsgrundlage für Ihre Transformation.
Mehr Hintergrund zu Reduktionszielen und SBTi Konformität hier.
Wie funktioniert Zielsetzung im Reduktionsplaner?
Im Reduktionsplaner erfolgt die Zieldefinition strukturiert in mehreren Schritten. Dabei werden nicht nur Zielwerte festgelegt, sondern auch die relevanten Systemgrenzen, Annahmen und Berechnungslogiken definiert. Wenn sie einen Reduktionsplan Anlegen, setzen Sie in diesem Prozess ein Ziel. Anschließend können innerhalb eines Reduktionsplans weitere Ziele hinzugefügt werden.
1. Ziel anlegen (Setup)
Im ersten Schritt definieren Sie die grundlegenden Eigenschaften Ihres Ziels:
Sie legen fest:
- Titel des Ziels (z. B. „Net Zero 2040“ oder „SBTi Target 2030“)
- Zieljahr (wann das Ziel erreicht werden soll)
Das Zieljahr bestimmt die Länge Ihres Reduktionspfads und beeinflusst direkt die erforderliche jährliche Reduktionsrate. Je kürzer der Zeitraum, desto steiler muss der Reduktionspfad sein – und desto höher sind in der Regel die Anforderungen an Maßnahmen und Investitionen.

2. Festlegung der Emissionsgrenzen (Scopes)
Im nächsten Schritt definieren Sie, welche Emissionen vom Ziel abgedeckt werden:
Sie wählen aus:
- Scope 1 (direkte Emissionen)
- Scope 2(indirekte Emissionen aus Energie) entweder market-based oder location-based
- Scope 3 (Emissionen entlang der Wertschöpfungskette)
Wichtig:
Für Scope 2 kann nur eine Methode gleichzeitig gewählt werden, um Doppelzählungen zu vermeiden. Diese Auswahl definiert die Systemgrenze Ihres Ziels.
Viele regulatorische und freiwillige Standards (z. B. SBTi) verlangen, dass Unternehmen wesentliche Emissionsquellen abdecken – insbesondere Scope 3, wenn dieser einen großen Anteil ausmacht.

3. Zuordnung von Organisationseinheiten (Reporting)
Nun legen Sie fest, für welche Einheiten das Ziel gilt:
- Auswahl von Gesellschaften / Standorten
- Zuweisung der Verantwortlichen (Entity Manager), wird über die Organisationsstruktur automatisch zugeordnet
Damit wird klar, wer zur Zielerreichung beiträgt und verantwortlich ist. Eine klare Zuordnung ist entscheidend, um Zielverantwortung in die Organisation zu verankern und Fortschritte auf Einheitenebene nachvollziehen und dokumentieren zu können.

4. Business-as-usual (BAU) berücksichtigen
Hier modellieren Sie, wie sich Ihr Unternehmen ohne zusätzliche Maßnahmen entwickeln würde:
- Eingabe einer jährlichen Wachstumsrate (%)
Diese Annahme dient als Referenzszenario („Business as usual“).
Warum ist das wichtig?
Emissionen entwickeln sich nicht statisch. Wachstum kann dazu führen, dass Emissionen steigen – selbst wenn Effizienzmaßnahmen greifen.
Der BAU-Wert hilft Ihnen:
- Zielpfade realistisch zu berechnen
- den tatsächlichen Reduktionsaufwand zu verstehen
- Maßnahmen korrekt zu dimensionieren
Mehr zur BAU-Prognose hier.

5. Auswahl der Zielmethodik und Reduktionsrate
Jetzt legen Sie fest, wie die Reduktion gemessen wird:
Absolute Reduktion (Nominal) |
| Typisch für:
|
Intensitätsbasierte Reduktion |
| Sinnvoll bei:
|
Zusätzlich definieren Sie:
- eine jährliche Reduktionsrate (z. B. 4,2 % im Einklang mit dem 1,5°C-Ziel)
- optional individuelle Zielwerte pro Einheit oder Jahr
Die Wahl der Methodik und Reduktionsrate hat direkten Einfluss darauf, wie ambitioniert und vergleichbar Ihr Ziel ist – und ob es z. B. SBTi-konform ist.


6. Ziel überprüfen (Review)
Vor dem Abschluss sehen Sie eine visuelle Darstellung Ihres Zielpfads:
Die Visualisierung zeigt:
- Zielpfad
- erwartete Emissionsentwicklung (inkl. BAU)
- mögliche Abweichungen
Dieser Schritt ist entscheidend, um:
- die Plausibilität Ihres Ziels zu prüfen
- Ziel und Unternehmensentwicklung abzugleichen
- frühzeitig Lücken zu erkennen

7. Ziel aktivieren
Im letzten Schritt legen Sie den Status fest:
- Aktivieren → Ziel wird wirksam
- Deaktivieren → Ziel pausiert
Nach der Aktivierung:
- werden relevante Stakeholder informiert
- beginnt die operative Umsetzung (Maßnahmen & Szenarien)

8. Ziel-Dashboard verstehen und nutzen
Nach der Erstellung und Aktivierung Ihres Ziels erhalten Sie im Reduktionsplaner eine zentrale Dashboard-Ansicht, in der Sie Ihren Zielpfad und die Emissionsentwicklung analysieren können.
Dieses Dashboard verbindet Ihre Zieldefinition mit den zugrunde liegenden Daten und macht Fortschritte sowie Abweichungen transparent sichtbar.
Die wichtigsten Kennzahlen werden kompakt dargestellt:
- Baseline-Emissionen (t CO₂e im Basisjahr)
- Veränderung seit dem Basisjahr
→ zeigt, ob bereits Emissionsreduktionen erreicht wurden - Ziel-Emissionen im Zieljahr
→ definiert den Endpunkt Ihres Zielpfads - Reduktionslinie vom Anfangs bis zum Zieljahr (grüne Linie)
- Aktuelle Emissionen (je nach erstelltem bericht im CO2 Modul)
Diese Kennzahlen geben Ihnen einen schnellen Überblick über Fortschritt und Zielambition.
Emissionsentwicklung
Das zentrale Element des Dashboards ist die Visualisierung Ihrer Emissionsentwicklung:
- Blaue Balken zeigen die Emissionen pro Jahr
- Graue Balken (BAU) stellen die Entwicklung ohne zusätzliche Maßnahmen dar
- Rote Bereiche zeigen Emissionen oberhalb des Zielpfads
- Grüne Linie visualisiert den Zielpfad
Diese Darstellung hilft Ihnen zu verstehen:
- ob Sie auf Kurs sind
- wie groß die Lücke zum Ziel ist
- wie stark Maßnahmen wirken müssen
.Darstellungslogik (View by)
Sie können die Emissionen unterschiedlich aufschlüsseln:
- nach Scopes
- nach Ziel
- nach Einheit
Dadurch lassen sich Emissionstreiber gezielt identifizieren.

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