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Reduktions Planer
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse unter dem ESRS Simplified Draft
Geändert am Di, 28 Apr um 10:41 VORMITTAGS
Der ESRS Simplified Draft wurde von EFRAG im Rahmen der Omnibus-Initiative veröffentlicht. Ziel des Entwurfs ist es, die bestehenden ESRS-Anforderungen deutlich zu vereinfachen und insbesondere für Unternehmen praktikabler zu gestalten. Im Zuge dieses Entwurfs wurden auch Änderungen an der Methodik der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DWA) vorgenommen. Diese betreffen sowohl die Struktur der Nachhaltigkeitsthemen als auch die Bewertungssystematik und den grundlegenden Analyseansatz. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Änderungen und deren Auswirkungen auf die Durchführung der DMA im Sustainability Cockpit.
Wichtig: Der Simplified ESRS Draft befindet sich aktuell noch im Entwurfsstatus. Weitere Anpassungen an Struktur und Methodik sind möglich.Überblick: Was ändert sich?
Im Vergleich zum ESRS Delegierter Rechtsakt 2023 ist die DMA im Simplified Draft:
weniger granular
methodisch vereinfacht
stärker strategisch ausgerichtet
Die wichtigsten Änderungen betreffen:
Struktur der Nachhaltigkeitsthemen
Bewertung von Impacts (Schweregrad)
Umgang mit Zeithorizonten
Methodischer Ansatz (Top-down vs. Bottom-up)
1. Nachhaltigkeitsthemen: Vereinfachte Struktur
Die Nachhaltigkeitsthemen des Simplified Drafts basieren auf ESRS 1 Appendix A.
Im Vergleich zum Delegated Act wurden:
Sub-Sub-Themen wurden entfernt
Mehrere Themen zusammengefasst
Komplexität reduziert
Beispiele:
Detaillierte Unterthemen wie
„Arbeitsbedingungen - Angemessene Entlohnung“ oder „Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben“ werden nicht mehr separat betrachtetSoziale Themen sind stärker gebündelt

2. Vereinfachte Bewertung des Schweregrads
Eine zentrale Änderung betrifft die Bewertung von Impacts. Bisher erfolgte diese anhand der Kriterien Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit – alle drei mussten gemeinsam bewertet werden.
Neu im Simplified Draft: Jedes Kriterium kann für sich Materialität auslösen.
Für die Logik bedeutet das: Wesentlichkeit kann bereits entstehen, wenn ein einzelnes Kriterium den Schwellenwert überschreitet.
3. Zeithorizonte werden optional
Bisher war die Angabe von Zeithorizonten (kurz-, mittel-, langfristig) verpflichtender Bestandteil der Identifizierung eines IROs.
Neu im Simplified Draft: Die Angabe der Zeitdimension ist optional. Sie ist nur erforderlich, wenn sie für die Bewertung relevant ist.
Auswirkungen im Tool: Die Erstellung von IROs ist auch ohne Zeithorizont möglich.
4. Wechsel zum stärkeren Top-down Approach
Der Simplified Draft führt einen wichtigen konzeptionellen Wechsel in der Durchführung der DMA ein. Neben dem bisherigen Bottom-up-Ansatz wird ein Top-down Approach explizit ermöglicht und gestärkt.
Beim Top-down Approach wird die Wesentlichkeit nicht primär über einzelne IROs aufgebaut, sondern zunächst auf Themenebene abgeleitet.
Dabei werden übergeordnete Faktoren analysiert, wie zum Beispiel:
- das Geschäftsmodell des Unternehmens
- die strategische Ausrichtung
- die relevanten Sektoren
- geografische Tätigkeitsbereiche
- die Struktur der Wertschöpfungskette
Auf Basis dieser Analyse kann bereits eine fundierte Einschätzung erfolgen, welche Nachhaltigkeitsthemen wahrscheinlich wesentlich sind. Eine Kombination mit dem Bottom-up-Ansatz ist weiterhin möglich.
| Top-down | Bottom-up |
|---|---|
| Start auf Themenebene | Start bei einzelnen IROs |
| Strategische Ableitung | Detaillierte Einzelbewertung |
| Schneller Überblick | Höhere Detailtiefe |
Was bedeuten die Änderungen für die Durchführung der DMA?
Insgesamt führt der Simplified ESRS Draft zu einer spürbaren Verschlankung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse, nicht nur in einzelnen methodischen Aspekten, sondern im gesamten Vorgehen.
Während die bisherige Logik stark darauf ausgerichtet war, möglichst vollständig alle potenziellen IROs zu erfassen und detailliert zu bewerten, ermöglicht der neue Ansatz eine deutlich zielgerichtetere und pragmatischere Durchführung. Der Fokus liegt stärker darauf, relevante Sachverhalte effizient zu identifizieren und zu priorisieren, anstatt eine umfassende Detailtiefe über alle möglichen Themen hinweg sicherzustellen.
Dabei wird auch die Art der Bewertung flexibler: Unternehmen können sich stärker auf fachlich fundierte Einschätzungen stützen, ohne zwingend für jeden Aspekt quantitative Analysen durchführen zu müssen. Dies ist insbesondere in frühen Phasen der Analyse oder bei begrenzter Datenverfügbarkeit ein entscheidender Vorteil.
Gleichzeitig wird die DMA stärker auf die tatsächliche Unternehmensrealität ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen diejenigen Themen, die sich aus dem Geschäftsmodell, den Aktivitäten und dem Umfeld des Unternehmens ergeben und dort zu wesentlichen Auswirkungen oder finanziellen Risiken und Chancen führen können.
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