CO₂-Reduktionsziele legen fest, um wie viel Ihre Organisation ihre Treibhausgasemissionen bis zu einem bestimmten Jahr senken möchte. Im Reduction Planner basieren Ziele auf einem abgeschlossenen CO₂-Bericht und können für ausgewählte Scopes und Organisationseinheiten erstellt werden.
Voraussetzungen
Sie benötigen einen abgeschlossenen CO₂-Bericht. Der ausgewählte Bericht liefert:
die Basisemissionen;
das Berichtsjahr;
die verfügbaren Organisationseinheiten; und
die Scopes, die in das Ziel einbezogen werden können.
Wählen Sie einen Basisbericht, der die Organisationsgrenze widerspiegelt, die Sie steuern möchten. Ein Ziel kann nur Organisationseinheiten enthalten, für die im zugrunde liegenden Bericht Emissionsdaten vorliegen.
Soll das Ziel bei SBTi eingereicht werden, verwenden Sie nicht automatisch einen älteren historischen Bericht als Zielbasisjahr. Nach dem SBTi Corporate Net-Zero Standard V2.0 muss das Zielbasisjahr die aktuelle Struktur und die Aktivitäten des Unternehmens angemessen widerspiegeln und auf einem GHG-Protocol-konformen Treibhausgasinventar beruhen. SBTi: Target base year assessment.
Reduktionsziel erstellen
Erstellen Sie innerhalb eines Reduction-Planner-Plans ein neues Ziel und definieren Sie:
den Namen des Ziels;
den Basisbericht und das Berichtsjahr;
die einbezogenen Organisationseinheiten;
die relevanten Emissions-Scopes;
den Zieltyp;
das Zieljahr; und
den gewünschten Reduktionspfad.
Sie können innerhalb eines Plans mehrere Ziele anlegen. Beispielsweise lassen sich getrennte Ziele für Scope 1 und 2, Scope 3 oder unterschiedliche Organisationseinheiten erstellen.
Zielgrenze festlegen
Die Zielgrenze definiert, welche Emissionen in das Ziel einfließen.
Wählen Sie beim Anlegen des Ziels die relevanten Scopes und Organisationseinheiten. Diese Einstellungen bestimmen die Emissionssumme, auf deren Grundlage das Ziel berechnet wird.
Eine klar definierte Zielgrenze ist wichtig, damit das Ziel über die Zeit vergleichbar bleibt. Wenn Sie später den Basisbericht, die einbezogenen Einheiten oder die enthaltenen Scopes ändern, prüfen Sie das Ziel sorgfältig, bevor Sie es bestätigen.
Für eine SBTi-orientierte Zielsetzung sind Organisations- und Betriebsgrenzen grundlegend. SBTi V2.0 verlangt außerdem, dass Ziele auf dem physischen Treibhausgasinventar des Unternehmens beruhen; dazu gehört, soweit anwendbar, die standortbasierte Scope-2-Methode. SBTi: Target setting
Zieltyp auswählen
Absolutes Reduktionsziel
Ein absolutes beziehungsweise nominales Reduktionsziel basiert auf den gesamten Emissionen im Basisjahr. Es legt fest, um wie viel die Organisation ihre gesamten CO₂e-Emissionen bis zum Zieljahr senken möchte.
Nutzen Sie ein absolutes Ziel, wenn Sie die Gesamtemissionen unabhängig von Wachstum oder Schrumpfung des Unternehmens steuern möchten.
Im Reduction Planner können Sie einen verfügbaren Standardpfad wie 1,5 °C oder deutlich unter 2 °C auswählen oder eine eigene Reduktionsrate definieren.
Intensitätsbasiertes Reduktionsziel
Ein intensitätsbasiertes Ziel setzt Emissionen ins Verhältnis zu einer Unternehmenskennzahl. Der Reduction Planner unterstützt derzeit:
Emissionen pro Umsatz; und
Emissionen pro Mitarbeitenden.
Nutzen Sie ein Intensitätsziel, um zu verstehen, wie effizient Ihr Unternehmen bei Wachstum oder Veränderung wirtschaftet. So können die absoluten Emissionen bei einer Expansion steigen, während die Emissionen pro Mitarbeitenden oder Umsatz sinken.
Intensitätsziele im Reduction Planner sind in erster Linie interne Steuerungskennzahlen. Stellen Sie sie nur dann als SBTi-konform dar, wenn sie einer auf Ihr Unternehmen anwendbaren sektorspezifischen SBTi-Methode entsprechen.
Zielpfad definieren
Der Zielpfad zeigt die erwartete Entwicklung der Emissionen vom Basisjahr bis zum Zieljahr.
Für nominale Ziele erstellt der Planner zunächst einen linearen Pfad. Sie können diesen Pfad anpassen, wenn bekannte Entwicklungen im Unternehmen berücksichtigt werden sollen.
Beispiel: Ein Unternehmen erwartet in den ersten Jahren nur geringe Veränderungen, rechnet aber nach einer geplanten Investition mit einer deutlichen Reduktion. Durch die Anpassung des Zielpfads wird diese zeitliche Annahme sichtbar, ohne das Zielergebnis zu verändern.
Verwenden Sie einen individuellen Zielpfad nur, wenn die zugrunde liegenden Annahmen dokumentiert und plausibel sind. Der Endwert muss weiterhin dem gewählten Reduktionsziel entsprechen.
SBTi-Kontext
Der Reduction Planner unterstützt die technische Vorbereitung und Dokumentation von Zielen. Er validiert keine SBTi-Konformität.
Nach dem SBTi Corporate Net-Zero Standard V2.0 gilt:
Kurzfristige Ziele beziehen sich auf einen Fünfjahreszyklus.
Kurzfristige Scope-1- und Scope-2-Ziele sind für alle Unternehmen erforderlich.
Kurzfristige Scope-3-Ziele sind für Unternehmen der Kategorie A erforderlich und für Kategorie B optional.
Scope-3-Ziele müssen wesentliche Scope-3-Kategorien abdecken.
Ein optionales Net-Zero-Ziel kombiniert kurz- und langfristige Ziele für Scope 1, Scope 2 und Scope 3. SBTi Corporate Net-Zero Standard V2.0: Executive summary
SBTi V2.0 sieht verschiedene Zielsetzungsansätze vor, darunter absolute Reduktion, sektorspezifische Emissionsintensität und Asset-Transition-Ansätze. Welche Methode passt, hängt von Sektor, Emissionsprofil und den jeweils geltenden SBTi-Anforderungen ab. SBTi: Target setting
Geändertes Ziel überprüfen
Ändert sich der zugrunde liegende CO₂-Bericht, aktualisiert der Reduction Planner die verknüpften Daten und markiert das Ziel zur Überprüfung.
Prüfen Sie vor der Bestätigung insbesondere:
Organisationseinheiten;
enthaltene Scopes;
Basisemissionen; und
den daraus resultierenden Zielpfad.
Wesentliche strukturelle oder methodische Änderungen können auch nach SBTi eine Neuberechnung des Zielbasisjahrs und eine erneute Validierung erforderlich machen. SBTi: Target base year assessment
Wichtige Einschränkungen
Der Reduction Planner prüft nicht automatisch:
SBTi-Anforderungen an die Scope-Abdeckung;
die Wesentlichkeit von Scope-3-Kategorien;
sektorspezifische SBTi-Zielpfade;
FLAG-Anforderungen; oder
die Validierung eines Ziels durch SBTi.
Die Auswahl eines 1,5-°C- oder deutlich-unter-2-°C-Pfads im Produkt bedeutet nicht automatisch, dass ein Ziel SBTi-validiert ist.
SBTi V2.0 wird über Übergangsregelungen eingeführt. Version 1 bleibt für die Zielsetzung bis Ende 2027 verfügbar, wenn Unternehmen diesen Weg nutzen. Prüfen Sie vor einer Einreichung daher stets, welcher SBTi-Standard, welche Sektorleitlinie und welche Validierungsanforderungen auf Ihre Organisation zutreffen. SBTi Corporate Net-Zero Standard V2.0: Executive summary
Häufige Fragen
Kann ich mehrere Ziele in einem Plan erstellen? Ja. Sie können getrennte Ziele für unterschiedliche Scopes, Organisationseinheiten oder Zeithorizonte anlegen.
Sollte ich ein absolutes oder ein Intensitätsziel wählen? Wählen Sie ein absolutes Ziel, um Ihre Gesamtemissionen zu steuern. Wählen Sie ein Intensitätsziel, um Emissionen im Verhältnis zu Umsatz oder Mitarbeitendenzahl zu verfolgen. Soll das Ziel SBTi-orientiert sein, prüfen Sie vorab die anwendbare SBTi-Methode.
Warum wird mein Ziel als prüfungsbedürftig angezeigt? Ein verknüpfter Basisbericht, Scope oder eine Organisationseinheit wurde geändert. Prüfen Sie die daraus resultierende Emissionssumme und den Zielpfad, bevor Sie das Ziel bestätigen.
Macht uns das Erstellen eines Ziels SBTi-konform? Die Zielsetzung nach SBTi ist ein erster Schritt zur Konfomität. Der Reduction Planner unterstützt die Vorbereitung und Dokumentation von Zielen. SBTi-Konformität hängt vom anwendbaren Standard, den Sektorleitlinien, vollständigen Nachweisen und dem jeweiligen Validierungsprozess ab.
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